„Das Kapital“ spielt Hanns Eisler – Just another Elbjazz Highlight

Elbjazz, der Samstag, irgendwann am Nachmittag. „Das Kapital“ wird gleich Hanns Eisler spielen. Heißt es. Draußen ist es heiß, ich saß zu lange in der Sonne und habe zu wenig getrunken.

Vor dem Konzert wird Sekt gereicht, damit das Warten leichter fällt. Nach einigen Minuten können die Gäste vom gekühlten Marmorfußboden auf gepolsterte, rote Sessel wechseln. Die Loge ist von einer breiten goldenen Brüstung umgeben, die bei einem Blick nach oben wie ein wülstiger Heiligenschein scheint. Der Schlagzeuger wirkt, als wäre er aus einem Michel Houellebecq-Roman gefallen. Der Tenorsaxophonist spielt einen Deutschen mit Krawatte, der Gitarist einen Dänen im T-Shirt. Vielleicht.

Der Sozialismus war mir nie so nah wie in den Minuten dieses Konzerts. Als würden sie sagen: Wir haben verloren, aber uns bleibt die Musik. Trotz der Tragik, fand ich noch nie etwas, das ohne Text auskam, so witzig. Die silbergrau-wuscheligen Köpfe um mich herum wiegen sich zustimmend zur Musik.

Ob das genau so stattgefunden hat, weiß ich nicht. Ich kann die Geschichte nur so erzählen. So hat es sich im Stage Kehrwieder Theater vielleicht angehört:

http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F37612613&show_artwork=true

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