Die Geschichte von Thelma & Louise (1999)

Vorher:

Ich leihe mir mal wieder etwas aus, von einem Blog, aus dem schon einige der dort besprochenen Filme ihren Weg auf meine Watchlist fanden. In den Texten geht es nicht nur um den Film, sondern um die Elevation, die ein Film (in den besseren Fällen) mit der Betrachterin oder dem Betrachter vollzieht. (Deutung von mir.) Von Vorher zu Mittendrin zu Hinterher. Mehr bei Die Filme, die ich rief.

In diesem Fall geht es etwas anders, denn ich wollte nur kurz schreiben, worum es hier geht und warum ich das heute schreibe. (Ist aber länger geworden.) Mittendrin beschreibt schon vorher die Elevation, die der Film mir letztes Mal bescherte. (So weit, so verwirrend.)

Heute Abend werden ein paar Leute Thelma & Louise schauen und es #socialviewing nennen. Das tun sie, weil das hier, im (nächsten empfehlenswerten Film-) Blog Mostly Movies so entschieden wurde. (Wie das auch schon bei allen vorherigen Socialviewings der Fall war.)

Den Film habe ich schon mal gesehen. So, dass ich mich noch Jahre später daran erinnere.

Mittendrin:

Nun also, die Geschichte von Thelma und Louise:

Es war 1999, im Sommer. Ich war schon unfassbar lange in meine Freundin verliebt, dieses Paardings ging nun schon länger als ein halbes Jahr. (Für mich waren das nach damaligen Maßstäben etwa drei Ewigkeiten.) Sie sah sich gerne mit mir Filme an. (Das hatte ich so noch nie vorher erlebt.)

An einem lauen Sommerabend folgten wir also einigen Freunden auf den Hamburger Rathausmarkt. (Für uns (völlig unerklärlich) ein schöner Erinnerungsort.) Dort gab es ein Open Air Kino. Ich weiß nicht mehr, ob wir – nachdem wir die Leinwand gefunden hatten – uns überhaupt noch die Mühe gemacht haben, unsere Freunde zu finden.

Meine Erinnerung an die nähere Geschichte des Films ist überschaubar und lückenhaft. Ich erinnere eher die Farbpalette des Films. Und ich erinnere mich an die Szene. Die eine am Ende des Films. (Manche würden vielleicht spätestens an dieser Stelle etwas schreiben, das auch das Wort Spoiler enthielte. Ich finde ja, es gibt eigentlich keine Spoiler. Vielleicht in schlechten Filmen. Und vielleicht in einigen Genre-Filmen. Aber irgendwie auch dort nicht. Aber zurück zum Thema.) Die Szene, in der die beiden einen gemeinsamen Tod wählen (so meine damalige Deutung), um allem anderen zu entrinnen.

Mich hat damals (Ich kannte den Film von 1991 vorher noch nicht.) dieses Ende berührt. (Die Situation, der Abend, die Stimmung mögen einiges dazu beigetragen haben.) Auf dem Heimweg einigten meine Freundin und ich uns darauf, dass so auch unser Ende sein sollte. (Mit noch nicht mal 20 Jahren gehen einem dramatische Lebensendszenarien wohl noch leichter von der Zunge.) Dass eine oder einer von uns stürbe und die oder der andere auch nur ein paar Tage – geschweige denn Monate oder gar Jahre ganz alleine auf der Welt verharren müsste. Ganz unvorstellbar. Unmöglich. Unhaltbar. Jugendliche Romantik, ungebremst und aufgeladen –  bereit, jeden Moment maßlos zu überhöhen. (Wobei, einiges von dieser Romantik ist noch da.) 

Wir waren uns jedenfalls schnell einig, dass unser Tod mindestens so wie der von Thelma und Louise sein sollte. Gemeinsam. Entschlossen. Selbstbestimmt.

Ich war noch ein wenig mehr verliebt und fühlte mich wie Bonnie und Clyde. (Auch ein Film, den ich damals noch nicht kannte, was mich nicht davon abhielt, ihn als Filmreferenz zu verwenden.)

15 Jahre später habe ich meine Frau (seit acht Jahren haben wir auch eine polizeilich anerkannte Freundschaft) gefragt, ob sie den Abend von damals auch so erinnert. Ihre Erinnerungen ergeben eine ganz andere Geschichte. Die erzähle ich vielleicht ein andermal.

Alle Angaben zu Daten und Filmgehalten unter dem starken Vorbehalt, das eventuell jugendliche Verträumtheit die Tatsachen unwesentlich verdingst hat. Das einzige, dessen ich mir einigermaßen sicher bin, ist das Gespräch und das anschließende Gefühl. (Inzwischen bin ich mir sogar einigermaßen sicher, dass es so wie beschrieben nicht war. Aber ich kann besser erzählen, was nicht war, als das was sich vielleicht tatsächlich zugetragen hat.)

Nachher:

Heute um 21:00 Uhr (so in etwa) geht es weiter. Da startet das #socialviewing von Thelma & Louise. Wer mag, fängt also zur verabredeten Zeit an, den Film zu schauen. Unter #thealou kommentieren alle, die mögen, den Film. Und wer vom Film zu sehr eingenommen ist, meldet sich halt danach, zur ferngemeinschaftlichen Besprechung des Films.

Da N. – die Freundin von 1999 und mittlerweile meine Frau – heute Abend nicht zu Hause ist, kann ich mir Thelma & Louise zum zweiten Mal zum ersten Mal anschauen.

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